Münchengeflüster

Ansichten aus München über München, Deutschland und den Rest der Welt

Trunkenheit und Öffentlichkeit

Der Genuss von Alkohol ist bei uns eigentlich gesellschaftlich toleriert, so lange man dabei nichts Ungesetzliches tut und sich nicht erwischen lässt. Am aktuellen Beispiel der Bischöfin Käßmann sieht man, was passiert wenn man sich an zumindest die letzte genannte Spielregel nicht hält.

Es wird in breiter Öffentlichkeit, schlussendlich auch hier, diskutiert, ob jemand der ein Öffentliches Amt bekleidet nach einer Trunkenheitsfahrt noch für dieses geeignet ist.

Verfolge ich die unterschiedlichen Ansichten von der schreibenden Zunft bis zu Anruferkommentaren in Radiosendungen frage ich mich manchmal was eigentlich diskutiert wird.

Der Alkoholgenuss als solches? Nein, der ist schon ok, das ist ja ein Kulturgut bei uns.
Die Menge des Alkohols? Nun gut, 1,5‰ ist nicht wenig, kann aber mal passieren. (?)
Betrunken Autofahren? Nein das ist nicht gut, hat aber doch schon jeder mal gemacht. (???)
Sich bei einer Straftat erwischen lassen? Das geht dann zu weit, das ist nicht hinnehmbar. 

Aber nachdem das ja alles nicht so schlimm ist, sollte man auch nicht unbedingt Konsequenzen aus dem medialen Gau ziehen, es hätte ja jedem passieren können. 

So empfinde ich die Meinung der Mehrheit, frage mich aber, wie sich ein Mensch, der sich von Berufswegen dazu entschieden hat den Menschen und der Gesellschaft zu dienen überhaupt selbst in die Augen sehen kann, wenn er sich so wenig im Griff hat, dass er vorsätzlich oder zumindest fahrlässig das Leben anderer Menschen gefährdet.

Nicht das Erwischt- oder Bekanntwerden zählt da, sondern die Eigenverantwortung.

Warum so viele Telefonanrufer zumindest indirekt das Fahren unter Alkoholeinfluss billigen, so lange es ein bestimmtes Maß nicht übersteigt, kann ich am wenigsten nachvollziehen, auch wenn es sich in unserer Gesetzgebung auch so niedergeschlagen hat.

Trotzdem konnte mir bis jetzt noch niemand befriedigend erklären, warum man bei uns legal mit bis zu 0,5‰ Alkohol im Blut fahren darf, solange nicht schief geht.

Gibt es überhaupt einen Grund etwas trinken zu müssen? Und das auch noch bevor man fährt? Wenn ja, warum lässt der Gesetzgeber bewusst eine mögliche aber unnötige Verschlechterung der Fahrtauglichkeit zu?

Ab 0,3‰ hat der Alkohol negative Auswirkungen auf Wahrnehmung und Reaktion, an dieser Grenze orientiert sich die Wissenschaft ebenso wie die Gerichte, nur nicht der Gesetzgeber.
Logisch sinnvoll könnte es für mich daher nur zwei Grenzen geben 0‰ und 0,3‰

Vielleicht bringt die Diskussion um diese Kirchenfrau wenigstens mal wieder das Bewusstsein für die Risiken des Alkohols im Straßenverkehr nach oben, auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, betrachtet man den Fall Otto Wiesheu, der zwar für die Tötung eines Menschen einen Karriereknick hinnehmen musste, dessen Fall aber wenig Diskussion ums eigentliche Problem provozierte.

Eisstockschießen

So wie auf dem Bild ist es es weitgehend stilecht und mache ich es auch gerne, wenn auch leider viel zu selten, das Eisstockschießen.

Zu selten, weil es immer an irgendetwas mangelt, entweder an geeignetem Wetter, und damit Eis, an Mitspielern, oder wenn man nicht gerade in der Nähe von Stockvermietern spielt, wie auf dem Foto, am Nymphenburger Kanal, dann zumindest an einer ausreichenden Anzahl von Stöcken.

Wie es aussieht, ist auch diesen Winter für mich wieder einmal nichts daraus geworden, was ich wirklich schade finde.

Trotzdem fand ich es gerade vorhin etwas befremdlich, als eine Gruppe Eisstockschützen gerade die Asphaltbahn vom restlichen Schne und Eis befreite um mit den Asphaltsohlen darauf im Winter spielen zu können.

Kälte…

Auch wenn ich Winterwetter und Kälte nicht so gerne mag, manchmal ist so eine echte Saukälte doch ganz nett:

Ach ja, da das Video keine Aufklärung gibt, einfach mal unter Bismut-Strontium-Calcium-Kupferoxid, Bi2Sr2Ca2Cu3O10 oder unter Hochtemperatursupraleiter nachsehen.

Faschingsdienstag in Allach (2)

Ich kann mich nur noch dunkel erinnern, dass ich als Kind mit meinen Großeltern ein (P)paar mal den Müncher Rosenmontagszug bseucht habe. Damals fand ich das toll, auch wenn ich mittlerweile das Interesse daran weitestgehend verloren habe. Ich wollte es damals nicht glauben, als mir gesagt wurde es gäbe den Faschingszug nicht mehr.

Fast ebenso ungläubig war ich, als mich vor ettlichen Jahren, als ich nach Allach zog,  jemand fragte, ob ich auch zum Faschingszug käme. Ich konnte es kaum glauben, dass sich in einem Eck Münchens, diese Tradition noch erhalten hatte und auch jetzt der Fasching noch nicht so interpretiert wird wie in Neuperlach.

Heute war es mal wieder so weit, mit mir als stillen Beobachter der nicht so stillen Veranstaltung.

Faschingsdienstag in Allach (1)

Schön sieht es ja schon aus, wenn sich die Wintersonne seit langem mal wieder durch die Wolken scheinen traut. Trotzdem ich kann dieses weisse Zeug langsam nicht mehr ertragen…
(Leider nur Handyfotos…)

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Jedes Jahr früher?

Mir scheint, dass Saisonartikel jedes Jahr früher in die Läden kommen, allerdings geht mir das schon seit vielen Jahren so. 
Vermutlich sind die Termine also seit Jahren die gleichen und trotzdem bin ich immer wieder überrascht, noch vor dem Ende der Faschingszeit Osterartikel in den Regalen zu sehen.
Dieser freundliche Zeitgenosse hat mich schon gestern aus dem Regal heraus angelächelt:

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Sicherheitskonferenz – alle Jahre wieder

Gerade beginnt in München mal wieder die jährliche Sicherheitskonferenz, im Bayerischen Hof.ayerischer Hof.
Den Sinn oder Unsinn eines solchen Treffens maße ich mir ebenso wenig an, beurteilen zu können, logo-msc-munich-security-conference wie dessen Inhalte, und ehrlich gesagt wäre mir diese Veranstaltung eigentlich vollig egal.
Egal, wenn es nicht immer wieder eine, meiner Ansicht nach unnötige und unzumutbare Beeinträchtigung für München und seine Bürger mit sich bringen würde.
Ich stelle mir immer wieder die Frage, warum man solche Veranstaltungen ausgerechnet im Kern einer Grosstadt ausrichten muss, der schwer auf sicherem Weg erreichbar ist, umfangreiche Kontrollen und Absperrungen erfordert und vermutlich auch schwer überwachbar ist.
Könnte man nicht auf eine dünn besiedelte Gegend ausweichen die gut abzuschotten und zu überwachen ist, und in der wesentlich weniger Bürger belästigt werden? Wo so ein Treffen dann vermutlich sogar billiger kommt?
Ich denke z.B. an Herrenchiemsee – gut per Heli erreichbar, perfekt abzuriegeln, im Staatsbesitz befindlich und repräsentativ.
Nur mal so als Anregung…
Vielleicht will man das Volk natürlich auch belästigen, so dass man als Politiker zumindest mal wahrgenommen wird…?

Daten-CDs Rechts- oder Mentalitätsfrage?

Wie es aussieht bietet sich für den ambitionierten Datensammler und oder ambitionierten Nachbarschaftsbeobachter mit Blockwartmentalität bald die Möglichkeit für einen guten Zusatzverdienst vom Staat. Ob dieser auch noch steuerfrei ist bleibt zu klären.

Wie die genaue Vergütung für gestohlene Daten berechnet wird, bleibt abzuwarten, vielleicht nach einer Vergütungstabelle, frei verhandelt oder auf Provisionsbasis?

Offen bleibt die Frage ob Daten die illegal beschafft werden und dem Staat keinen finanziellen Gewinn bringen immer noch unter die Strafandrohung des Datenschutzgesetzes fallen.

Dass sich die “Mentalität” des Staats geändert hat, so fern man von Mentalität sprechen kann scheint mit klar, da auch mehr oder weniger offiziell an Entführer und andere Erpresser gezahlt wird.

Ob die Bundesrepublik hier mit “gutem” Vorbild ihren Bürgern voran geht bleibt abzuwarten – ausspioniert ermittelt wird jedenfalls nicht mehr nur durch Staatsorgane sondern sich durch bezahlte Dienstleister im rechtlich  zweifelhaften Raum.

Unheimlich

Wie jeden Morgen will unser Hund natürlich auch heute raus, und da man seinem Vierbeiner (und sich selbst) natürlich auch etwas Abwechslung bieten will, suche ich immer mal wieder andere geeignete Ecken.

Vorhin viel die Wahl auf ein größeres Stück Brachland neben der Autobahn. Nach ein paar  Minuten merkte ich wie schlecht die Wahl war, es war einfach unerträglich laut. Ich wünschte mir, dass doch einfach weniger Autos fahren sollten.

Nicht mal eine Minute später fährt das letzte Fahrzeug in der Fahrtrichtung neben der ich gehe vorbei – für die restliche Zeit des Gassigehens.

Die Straße ist leer, ruhig und ich finde es richtig befremdlich, vor allem so kurz nach meinen Gedanken.

Biergartenzeit

Auch wenn ich kein Bier mag, vermissen tu ich sie schon, die Abende im Biergarten.

Dass bis zu den nächsten noch etwas Zeit vergeht hat man mir heute unmissverständlich klar gemacht:

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Ärgernisse des Alltags – Knoblauchpresse

Ja, ich bin ein bekennender Fan dieser Stinkzwiebel, und mein Verbrauch ist zugegebener Maßen überdurchschnittlich – meine Umwelt möge es mir nachsehen.

Was mir persönlich an Knoblauch am meisten stinkt, ist dessen Verarbeitung. Diese fängt mit dem mühseligen Schälen an, für das ich noch keine automatisierte Methode kenne, das man höchstens durch den Kauf von Asiaknoblauch etwas reduzieren kann, und geht mit dem Zerkleinern weiter.

Neben klein schneiden sind Knoblauchpressen eine Alternative, aber genau selbige sind für mich ein ständiges Ärgernis:

Nicht nur, dass die Reinigung äußerst mühsam ist, sondern auch die Funktion ist unbefriedigend. Alle mir bisher untergekommenen Knoblauchpressen arbeiten keines Wegs zufriedenstellend. Presst man eine einzelne Zehe, kann es leicht passieren, dass nichts herauskommt, zumindest nicht dort, wo es sollte.

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Der Stempel ist meist mit so viel Spiel zu seiner Führung gearbeitet, dass ein großer Teil des Knoblauchs nicht den Weg durch das Gitter wählt, sondern am Stempel vorbei nach oben. Außerdem verbleibt in der Presskammer und im Gitter auch noch ein nennenswerter Rest.

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Warum bietet nicht einmal ein Hersteller ein passgenau gearbeitetes Modell an, das ohne Spiel arbeitet? Technisch möglich wäre das ohne Zweifel, die Automobilhersteller beweisen das bei jedem einzelnen Zylinder aufs Neue, unter ungleich höherer Präzision als für eine Knoblauch presse gefordert wäre und schwereren Bedingungen.

Ich wäre bereit für eine gute und langlebige Knoblauchpresse auch etwas mehr aus zu geben…

Eisregen

Während Daisy im Norden für Schnee gesorgt hat, gabs für München stundenlangen feinen Eissprühregen, auch nett anzusehen:

KFZ-Zulassung, immer mal was Neues…

Manchmal merkt man, dass unsere Politiker kontinuierlich arbeiten, das meist an Kleinigkeiten, die nicht im Mittelpunkt des Lebens und des öffentlichen Interesses stehen.

Ein schönes Beispiel ist die Kfz-Zulassung und alles was damit zusammenhängt – gerade durfte ich wieder Änderungen erfahren.

Früher, irgendwann mal in der Geschichte, musste man plötzlich neben den Fahrzeugpapieren, Ausweis, Geld und einer Versicherungsdoppelkarte auch noch einen Zettel für eine AU mitbringen. Dass es oft reichte, bei der Werkstatt des Vertrauens ohne Auto vorstellig zu werden stand auf einem anderen Blatt.

Jahre später wurde Fahrzeug Brief und Schein abgeschafft und durch ein maximal unübersichtliches Druckstück namens Zulassungsbescheinigung ersetzt.

Als ich das nächste mal ein Fahrzeug zulassen wollte, wollte man auch gleich meine Bankverbindung, um sich direkt von meinem Konto die KFZ Steuer holen zu können. Dass die eigentlich jemand anderes zahlen soll und will, ist so nicht vorgesehen. Was daraus resultiert ist der umgehende Widerruf der zwangsweise erteilten Einzugsermächtigung (Toll, dass man wenigstens unsere Verwaltung beschäftigt)

Die nächste Änderung war dann die Feinstaubplakette.

Klar, man braucht sie nicht zwingend, aber selbst wenn ich am Rand Münchens wohne und nur alle paar Monate ein Ziel innerhalb der Sperrzone ansteuere, ist es nicht unpraktisch gelegentlich nicht den gesamten Stadtkern umrunden zu müssen.

 Die alte Verischerungsdoppelkarte, oder auch Versicherungsbescheinigung ist dagegen abgeschafft worden. Wann das genau war, weis ich nicht, aber mittlerweile erhält man von der Versicherung nur noch einen alphanumerischen Code, den man dann der Dame von der Zulassung aufsagen kann – und die dann drei mal nachfragt, ob man sich sicher ist – vermutlich weil sie einen verunsichern will oder sich nicht vorstellen kann, dass sich ein Mensch sieben Zeichen merken kann?

Dafür habe ich zu meiner Überraschung heute keine AU-Plakette mehr erhalten. Die wäre jetzt in der HU eingeschlossen hieß es – also alles wieder fast wie früher – und: 1€ Plakettengebühr gespart.

Bleibt nur die Frage, wer hat die Zeit und die Muße ständig etwas an den Gesetzen zu ändern, und das in immer rascherer Abfolge? Gibt es nichts dringenderes? Oder ist es in diesem Bereich nur einfacher und problemloser und daher kümmert man sich erst darum, bevor man die großen Probleme angeht?

Reise Rückblick Argentinien – Brasilien – Uruguay

Wenn ich in meinen Reisepass sehe, haben sich jetzt zwei weitere Seiten mit Stempeln gefüllt, von Argentinien, Brasilien und Uruguay.
Natürlich ist etwas mehr haften geblieben, als nur etwas Farbe, das Bild das man von den Ländern vorher automatisch hat, hat sich doch etwas verändert:

 

Argentinien: 

Von dem was ich früher von Argentinien gehört und an Bildern gesehen hatte, habe ich es optisch und wirtschaftlich nahe bei den USA eingeordnet, dass zumindest kleine Orte und die Ränder der größeren praktisch nicht von anderen südamerikanischen Städten zu unterscheiden sind, hat mich eher überrascht. Natürlich merkt man, dass etwas mehr Ordnung und Geld als z.B. in Peru vorhanden ist, aber bei weitem nicht auf dem Niveau das ich persönlich erwartet hätte.
Das Elend und die Scharen an Bettlern, die man anderen Orts sieht, treten in Argentinien nicht so in den Vordergrund, auch wenn man allenthalben relativ gut gekleidete Menschen sieht, die systematisch Mülltonnen nach Verwertbarem untersuchen. Hier sind es keineswegs wie in andern Ländern Obdachlose. Auf der anderen Seite haben mir die sonst allgegenwärtigen Luxuskarossen, die man selbst in Bolivien antrifft, gefehlt – entweder es gibt in Argentinien kaum Reiche, oder, und das glaube ich eher, man zeigt seinen Reichtum nicht so gerne öffentlich.

Auffällig und für mich störend war, vor allem der Staat, bzw. seine Staatsorgane. Die Militärdiktatur liegt in Argentinien jetzt schon gut 20 Jahre zurück, und wird von den Bürgern gerne als unerklärlicher Betriebsunfall gesehen, wie sich aber der Staat gebärdet, scheint es mir (noch?) im Denken und System begründet, dass so eine Diktatur Fuß fassen konnte.

Egal wo man ist, oder wohin man fährt, sind Polizei und andere Uniformierte allgegenwärtig, permanent wird man auch auf offener Landstraße angehalten und kontrolliert. Teilweise ist das bis zu 4 Mal am Tag passiert, ohne dass es dafür den geringsten sichtbareren Anlass gegeben hätte. Selbst in Diktaturen ist so ein Prinzip eher selten.

Auch Die Einstellung des Staates zu den Falklandinseln ist für mich etwas befremdlich. Obwohl diese nie in der Geschichte zum Staat Argentinien gehört haben, erhebt Argentinien Ansprüche darauf. Diese gipfelten vor 20 Jahren in einem militärischen Angriff und dem Falklandkrieg mit Großbritannien, heute sehen immer noch Schilder an jedem Ortseingang und werden auch nach wie vor neu aufgestellt, die mitteilen „die Falklandinseln sind argentinisch“ (Las Malvinas son Argentinas)

Argentinische Gebietsansprüche

Argentinische Gebietsansprüche

Ich stelle mir nur gerade vor, was passieren würde, stellte die Bundesrepublik an jedem Ort ein Schild auf, „Mallorca gehört zu Deutschland“…

Beeindruckend war für mich die Natur, sowohl in den Flussgebieten des Rio Plata und Rio Uruguay, ebenso wie natürlich bei Iguazu und wie die Bergwelt der Anden, in die ich dieses mal kaum hineinschnuppern konnte. Leider stand dem die unendliche Weite der Landwirtschaftsödnis mit ihren Monokulturen gegenüber.

 

Brasilien

Von ein paar Stunden Aufenthalt in einem Land nimmt man nicht besonders viel mit, in meinem Fall ist eigentlich nur die Grenzkontrolle haften geblieben:
Dermaßen nette, fröhlich ausgelassene und interessierte Beamte habe ich noch nie erlebt. Auch wenn es auf  Grund von Sprachproblemen etwas kompliziert war, hatte ich an der Grenze das Gefühl, freundlich empfangen zu werden.
Das hatte ich noch nirgends auf der Welt…

Uruguay

Vor Jahren hatte ich irgendwo einmal gelesen, Uruguay sei die Schweiz Südamerikas. Was die Berge betrifft stimmt das kaum, ist die höchste Erhebung gerade mal gut 500m hoch.
Wenn ich mir aber die Uferpromenade in Montevideo ansehe und wie gepflegt im Verhältnis Straßen, Privathäuser und öffentliche Gebäude aussehen, kann ich dem ebenso zustimmen wie wenn ich mir die Preise in Restaurants und Hotels ansehe.

Einen weiten Überblick über das Land habe ich leider nicht erhalten, dafür war die Zeit zu knapp, was bleibt, ist aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben – vielleicht wäre es sinnvoller Gewesen, einen größeren Teil der Zeit auf Uruguay zu verwenden. Dort habe ich mich wohl gefühlt, keine Polizei hält einen ständig auf, die Landschaft ist abwechslungsreich und das Klima angenehm.

Ich denke, es war wohl nicht mein letzter Besuch in diesem Land, auch wenn ich das dort gesprochene Spanisch Uruguayisch nur sehr schwer und bruchstückhaft verstehe.

Montevideo – Buenos Aires – Rom -München

So lange wollte ich den vorhergehenden Artikel eigentlich nicht an erster Stelle stehen lassen, aber bisher blieb keine Zeit bzw. Muße weiter zu schreiben.

Mit der Abreise aus Montevideo das vermutlich auf Grund der Feiertage auch für mich nicht mehr sichtbar zum Leben erwacht ist, ist der der erholsame Teil der Reise leider zu Ende.

Mit der direkten Fährverbindung von Buquebus fahren wir in ca. 3h direkt von Montevideo nach Buenos Aires und hohlen unseren Mietwagen wieder vom Parkplatz. Es ist noch alles dran und drin – sehr gut…

Der Verkehr und der Trubel in der Megametropole erschlägt einen fast, mit dem Auto noch eher weniger als zu fuß.

Es ist nicht möglich zu zweit nebeneinander die Fußwege zu benutzen, so stark ist der Fußgängerverkehr. Es ist so laut, dass auch eine Unterhaltung kaum möglich ist – bleibt man kurz stehen bildet sich sofort ein Stau.

Trotzdem gehen wir aus Schusters Rappen, etwa 5km von unserem Hotel in das Viertel Palermo, weil es uns immer noch schneller erscheint als mit einem Fahrzeug. Gestresst und müde erreichen wir unser Ziel, und sehen erstmals auch eine hübschere Seite von Buenos Aires. Hier haben sich Läden versammelt, die zwar alles andere als günstig sind, dafür aber Kleidung und andere Dinge anbieten, die eine Betrachtung wert sind. Nicht mehr der Billigplunder, der uns in ganz Argentinien verfolgt hat.

Strasßenbegrenzung in Palermo

Straßenbegrenzung in Palermo

Unseren letzen Tag vor der Heimreise verbringen wir noch mit einen Ausflug ins Nobelviertel Ricoletta, das sich vor allem durch seinen bekannten Friedhof auszeichnet. Leider etwas spät erreichen wir den Friedhof, fast gleichzeitig mit einer Reihe Touribusse, was dazu führt, dass sich vor manchen Grabmalen, wie z.B. dem von Evita, regelrechte Schlangen bilden.

 

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Der folgende Reisetag ist unspektakulär, alles verläuft nach Plan, wenn man mal davon absieht, dass es einem Besitzstandsveränderer kurz vor dem Einchecken am Flughafen, gelungen ist, die Tasche mit der Filmkamera an sich zu bringen.

Übelst gelaunt, vor allem wegen des Verlustes des gesamten Filmmaterials, besteigen wir das Flugzeug und landen planmäßig, mit Zwischenstop in Rom, an Silvester in München.