Münchengeflüster

Ansichten aus München über München, Deutschland und den Rest der Welt

Sicherheitskonferenz – alle Jahre wieder

Gerade beginnt in München mal wieder die jährliche Sicherheitskonferenz, im Bayerischen Hof.ayerischer Hof.
Den Sinn oder Unsinn eines solchen Treffens maße ich mir ebenso wenig an, beurteilen zu können, logo-msc-munich-security-conference wie dessen Inhalte, und ehrlich gesagt wäre mir diese Veranstaltung eigentlich vollig egal.
Egal, wenn es nicht immer wieder eine, meiner Ansicht nach unnötige und unzumutbare Beeinträchtigung für München und seine Bürger mit sich bringen würde.
Ich stelle mir immer wieder die Frage, warum man solche Veranstaltungen ausgerechnet im Kern einer Grosstadt ausrichten muss, der schwer auf sicherem Weg erreichbar ist, umfangreiche Kontrollen und Absperrungen erfordert und vermutlich auch schwer überwachbar ist.
Könnte man nicht auf eine dünn besiedelte Gegend ausweichen die gut abzuschotten und zu überwachen ist, und in der wesentlich weniger Bürger belästigt werden? Wo so ein Treffen dann vermutlich sogar billiger kommt?
Ich denke z.B. an Herrenchiemsee – gut per Heli erreichbar, perfekt abzuriegeln, im Staatsbesitz befindlich und repräsentativ.
Nur mal so als Anregung…
Vielleicht will man das Volk natürlich auch belästigen, so dass man als Politiker zumindest mal wahrgenommen wird…?

Daten-CDs Rechts- oder Mentalitätsfrage?

Wie es aussieht bietet sich für den ambitionierten Datensammler und oder ambitionierten Nachbarschaftsbeobachter mit Blockwartmentalität bald die Möglichkeit für einen guten Zusatzverdienst vom Staat. Ob dieser auch noch steuerfrei ist bleibt zu klären.

Wie die genaue Vergütung für gestohlene Daten berechnet wird, bleibt abzuwarten, vielleicht nach einer Vergütungstabelle, frei verhandelt oder auf Provisionsbasis?

Offen bleibt die Frage ob Daten die illegal beschafft werden und dem Staat keinen finanziellen Gewinn bringen immer noch unter die Strafandrohung des Datenschutzgesetzes fallen.

Dass sich die “Mentalität” des Staats geändert hat, so fern man von Mentalität sprechen kann scheint mit klar, da auch mehr oder weniger offiziell an Entführer und andere Erpresser gezahlt wird.

Ob die Bundesrepublik hier mit “gutem” Vorbild ihren Bürgern voran geht bleibt abzuwarten – ausspioniert ermittelt wird jedenfalls nicht mehr nur durch Staatsorgane sondern sich durch bezahlte Dienstleister im rechtlich  zweifelhaften Raum.

Unheimlich

Wie jeden Morgen will unser Hund natürlich auch heute raus, und da man seinem Vierbeiner (und sich selbst) natürlich auch etwas Abwechslung bieten will, suche ich immer mal wieder andere geeignete Ecken.

Vorhin viel die Wahl auf ein größeres Stück Brachland neben der Autobahn. Nach ein paar  Minuten merkte ich wie schlecht die Wahl war, es war einfach unerträglich laut. Ich wünschte mir, dass doch einfach weniger Autos fahren sollten.

Nicht mal eine Minute später fährt das letzte Fahrzeug in der Fahrtrichtung neben der ich gehe vorbei – für die restliche Zeit des Gassigehens.

Die Straße ist leer, ruhig und ich finde es richtig befremdlich, vor allem so kurz nach meinen Gedanken.

Biergartenzeit

Auch wenn ich kein Bier mag, vermissen tu ich sie schon, die Abende im Biergarten.

Dass bis zu den nächsten noch etwas Zeit vergeht hat man mir heute unmissverständlich klar gemacht:

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Ärgernisse des Alltags – Knoblauchpresse

Ja, ich bin ein bekennender Fan dieser Stinkzwiebel, und mein Verbrauch ist zugegebener Maßen überdurchschnittlich – meine Umwelt möge es mir nachsehen.

Was mir persönlich an Knoblauch am meisten stinkt, ist dessen Verarbeitung. Diese fängt mit dem mühseligen Schälen an, für das ich noch keine automatisierte Methode kenne, das man höchstens durch den Kauf von Asiaknoblauch etwas reduzieren kann, und geht mit dem Zerkleinern weiter.

Neben klein schneiden sind Knoblauchpressen eine Alternative, aber genau selbige sind für mich ein ständiges Ärgernis:

Nicht nur, dass die Reinigung äußerst mühsam ist, sondern auch die Funktion ist unbefriedigend. Alle mir bisher untergekommenen Knoblauchpressen arbeiten keines Wegs zufriedenstellend. Presst man eine einzelne Zehe, kann es leicht passieren, dass nichts herauskommt, zumindest nicht dort, wo es sollte.

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Der Stempel ist meist mit so viel Spiel zu seiner Führung gearbeitet, dass ein großer Teil des Knoblauchs nicht den Weg durch das Gitter wählt, sondern am Stempel vorbei nach oben. Außerdem verbleibt in der Presskammer und im Gitter auch noch ein nennenswerter Rest.

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Warum bietet nicht einmal ein Hersteller ein passgenau gearbeitetes Modell an, das ohne Spiel arbeitet? Technisch möglich wäre das ohne Zweifel, die Automobilhersteller beweisen das bei jedem einzelnen Zylinder aufs Neue, unter ungleich höherer Präzision als für eine Knoblauch presse gefordert wäre und schwereren Bedingungen.

Ich wäre bereit für eine gute und langlebige Knoblauchpresse auch etwas mehr aus zu geben…

Eisregen

Während Daisy im Norden für Schnee gesorgt hat, gabs für München stundenlangen feinen Eissprühregen, auch nett anzusehen:

KFZ-Zulassung, immer mal was Neues…

Manchmal merkt man, dass unsere Politiker kontinuierlich arbeiten, das meist an Kleinigkeiten, die nicht im Mittelpunkt des Lebens und des öffentlichen Interesses stehen.

Ein schönes Beispiel ist die Kfz-Zulassung und alles was damit zusammenhängt – gerade durfte ich wieder Änderungen erfahren.

Früher, irgendwann mal in der Geschichte, musste man plötzlich neben den Fahrzeugpapieren, Ausweis, Geld und einer Versicherungsdoppelkarte auch noch einen Zettel für eine AU mitbringen. Dass es oft reichte, bei der Werkstatt des Vertrauens ohne Auto vorstellig zu werden stand auf einem anderen Blatt.

Jahre später wurde Fahrzeug Brief und Schein abgeschafft und durch ein maximal unübersichtliches Druckstück namens Zulassungsbescheinigung ersetzt.

Als ich das nächste mal ein Fahrzeug zulassen wollte, wollte man auch gleich meine Bankverbindung, um sich direkt von meinem Konto die KFZ Steuer holen zu können. Dass die eigentlich jemand anderes zahlen soll und will, ist so nicht vorgesehen. Was daraus resultiert ist der umgehende Widerruf der zwangsweise erteilten Einzugsermächtigung (Toll, dass man wenigstens unsere Verwaltung beschäftigt)

Die nächste Änderung war dann die Feinstaubplakette.

Klar, man braucht sie nicht zwingend, aber selbst wenn ich am Rand Münchens wohne und nur alle paar Monate ein Ziel innerhalb der Sperrzone ansteuere, ist es nicht unpraktisch gelegentlich nicht den gesamten Stadtkern umrunden zu müssen.

 Die alte Verischerungsdoppelkarte, oder auch Versicherungsbescheinigung ist dagegen abgeschafft worden. Wann das genau war, weis ich nicht, aber mittlerweile erhält man von der Versicherung nur noch einen alphanumerischen Code, den man dann der Dame von der Zulassung aufsagen kann – und die dann drei mal nachfragt, ob man sich sicher ist – vermutlich weil sie einen verunsichern will oder sich nicht vorstellen kann, dass sich ein Mensch sieben Zeichen merken kann?

Dafür habe ich zu meiner Überraschung heute keine AU-Plakette mehr erhalten. Die wäre jetzt in der HU eingeschlossen hieß es – also alles wieder fast wie früher – und: 1€ Plakettengebühr gespart.

Bleibt nur die Frage, wer hat die Zeit und die Muße ständig etwas an den Gesetzen zu ändern, und das in immer rascherer Abfolge? Gibt es nichts dringenderes? Oder ist es in diesem Bereich nur einfacher und problemloser und daher kümmert man sich erst darum, bevor man die großen Probleme angeht?

Reise Rückblick Argentinien – Brasilien – Uruguay

Wenn ich in meinen Reisepass sehe, haben sich jetzt zwei weitere Seiten mit Stempeln gefüllt, von Argentinien, Brasilien und Uruguay.
Natürlich ist etwas mehr haften geblieben, als nur etwas Farbe, das Bild das man von den Ländern vorher automatisch hat, hat sich doch etwas verändert:

 

Argentinien: 

Von dem was ich früher von Argentinien gehört und an Bildern gesehen hatte, habe ich es optisch und wirtschaftlich nahe bei den USA eingeordnet, dass zumindest kleine Orte und die Ränder der größeren praktisch nicht von anderen südamerikanischen Städten zu unterscheiden sind, hat mich eher überrascht. Natürlich merkt man, dass etwas mehr Ordnung und Geld als z.B. in Peru vorhanden ist, aber bei weitem nicht auf dem Niveau das ich persönlich erwartet hätte.
Das Elend und die Scharen an Bettlern, die man anderen Orts sieht, treten in Argentinien nicht so in den Vordergrund, auch wenn man allenthalben relativ gut gekleidete Menschen sieht, die systematisch Mülltonnen nach Verwertbarem untersuchen. Hier sind es keineswegs wie in andern Ländern Obdachlose. Auf der anderen Seite haben mir die sonst allgegenwärtigen Luxuskarossen, die man selbst in Bolivien antrifft, gefehlt – entweder es gibt in Argentinien kaum Reiche, oder, und das glaube ich eher, man zeigt seinen Reichtum nicht so gerne öffentlich.

Auffällig und für mich störend war, vor allem der Staat, bzw. seine Staatsorgane. Die Militärdiktatur liegt in Argentinien jetzt schon gut 20 Jahre zurück, und wird von den Bürgern gerne als unerklärlicher Betriebsunfall gesehen, wie sich aber der Staat gebärdet, scheint es mir (noch?) im Denken und System begründet, dass so eine Diktatur Fuß fassen konnte.

Egal wo man ist, oder wohin man fährt, sind Polizei und andere Uniformierte allgegenwärtig, permanent wird man auch auf offener Landstraße angehalten und kontrolliert. Teilweise ist das bis zu 4 Mal am Tag passiert, ohne dass es dafür den geringsten sichtbareren Anlass gegeben hätte. Selbst in Diktaturen ist so ein Prinzip eher selten.

Auch Die Einstellung des Staates zu den Falklandinseln ist für mich etwas befremdlich. Obwohl diese nie in der Geschichte zum Staat Argentinien gehört haben, erhebt Argentinien Ansprüche darauf. Diese gipfelten vor 20 Jahren in einem militärischen Angriff und dem Falklandkrieg mit Großbritannien, heute sehen immer noch Schilder an jedem Ortseingang und werden auch nach wie vor neu aufgestellt, die mitteilen „die Falklandinseln sind argentinisch“ (Las Malvinas son Argentinas)

Argentinische Gebietsansprüche

Argentinische Gebietsansprüche

Ich stelle mir nur gerade vor, was passieren würde, stellte die Bundesrepublik an jedem Ort ein Schild auf, „Mallorca gehört zu Deutschland“…

Beeindruckend war für mich die Natur, sowohl in den Flussgebieten des Rio Plata und Rio Uruguay, ebenso wie natürlich bei Iguazu und wie die Bergwelt der Anden, in die ich dieses mal kaum hineinschnuppern konnte. Leider stand dem die unendliche Weite der Landwirtschaftsödnis mit ihren Monokulturen gegenüber.

 

Brasilien

Von ein paar Stunden Aufenthalt in einem Land nimmt man nicht besonders viel mit, in meinem Fall ist eigentlich nur die Grenzkontrolle haften geblieben:
Dermaßen nette, fröhlich ausgelassene und interessierte Beamte habe ich noch nie erlebt. Auch wenn es auf  Grund von Sprachproblemen etwas kompliziert war, hatte ich an der Grenze das Gefühl, freundlich empfangen zu werden.
Das hatte ich noch nirgends auf der Welt…

Uruguay

Vor Jahren hatte ich irgendwo einmal gelesen, Uruguay sei die Schweiz Südamerikas. Was die Berge betrifft stimmt das kaum, ist die höchste Erhebung gerade mal gut 500m hoch.
Wenn ich mir aber die Uferpromenade in Montevideo ansehe und wie gepflegt im Verhältnis Straßen, Privathäuser und öffentliche Gebäude aussehen, kann ich dem ebenso zustimmen wie wenn ich mir die Preise in Restaurants und Hotels ansehe.

Einen weiten Überblick über das Land habe ich leider nicht erhalten, dafür war die Zeit zu knapp, was bleibt, ist aber das Gefühl, etwas verpasst zu haben – vielleicht wäre es sinnvoller Gewesen, einen größeren Teil der Zeit auf Uruguay zu verwenden. Dort habe ich mich wohl gefühlt, keine Polizei hält einen ständig auf, die Landschaft ist abwechslungsreich und das Klima angenehm.

Ich denke, es war wohl nicht mein letzter Besuch in diesem Land, auch wenn ich das dort gesprochene Spanisch Uruguayisch nur sehr schwer und bruchstückhaft verstehe.

Montevideo – Buenos Aires – Rom -München

So lange wollte ich den vorhergehenden Artikel eigentlich nicht an erster Stelle stehen lassen, aber bisher blieb keine Zeit bzw. Muße weiter zu schreiben.

Mit der Abreise aus Montevideo das vermutlich auf Grund der Feiertage auch für mich nicht mehr sichtbar zum Leben erwacht ist, ist der der erholsame Teil der Reise leider zu Ende.

Mit der direkten Fährverbindung von Buquebus fahren wir in ca. 3h direkt von Montevideo nach Buenos Aires und hohlen unseren Mietwagen wieder vom Parkplatz. Es ist noch alles dran und drin – sehr gut…

Der Verkehr und der Trubel in der Megametropole erschlägt einen fast, mit dem Auto noch eher weniger als zu fuß.

Es ist nicht möglich zu zweit nebeneinander die Fußwege zu benutzen, so stark ist der Fußgängerverkehr. Es ist so laut, dass auch eine Unterhaltung kaum möglich ist – bleibt man kurz stehen bildet sich sofort ein Stau.

Trotzdem gehen wir aus Schusters Rappen, etwa 5km von unserem Hotel in das Viertel Palermo, weil es uns immer noch schneller erscheint als mit einem Fahrzeug. Gestresst und müde erreichen wir unser Ziel, und sehen erstmals auch eine hübschere Seite von Buenos Aires. Hier haben sich Läden versammelt, die zwar alles andere als günstig sind, dafür aber Kleidung und andere Dinge anbieten, die eine Betrachtung wert sind. Nicht mehr der Billigplunder, der uns in ganz Argentinien verfolgt hat.

Strasßenbegrenzung in Palermo

Straßenbegrenzung in Palermo

Unseren letzen Tag vor der Heimreise verbringen wir noch mit einen Ausflug ins Nobelviertel Ricoletta, das sich vor allem durch seinen bekannten Friedhof auszeichnet. Leider etwas spät erreichen wir den Friedhof, fast gleichzeitig mit einer Reihe Touribusse, was dazu führt, dass sich vor manchen Grabmalen, wie z.B. dem von Evita, regelrechte Schlangen bilden.

 

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Der folgende Reisetag ist unspektakulär, alles verläuft nach Plan, wenn man mal davon absieht, dass es einem Besitzstandsveränderer kurz vor dem Einchecken am Flughafen, gelungen ist, die Tasche mit der Filmkamera an sich zu bringen.

Übelst gelaunt, vor allem wegen des Verlustes des gesamten Filmmaterials, besteigen wir das Flugzeug und landen planmäßig, mit Zwischenstop in Rom, an Silvester in München.

Tod und Sitten

Leider hat sich der letzte Abend in Montevideo traurig gestaltet:

Unmittelbar auf der Rambla auf einer kleinen Kreuzung vor unserem Hotel kam auf ziemlich makabere Weise ein(e) Motorradfahrer(in)? zu Tode. Hätte ich nicht zufällig aus dem Fenster gesehen, hätten wir das tragische  Ereignis, vielleicht 50m von uns entfernt, evtl. gar nicht mitbekommen.
Neben einer deutlich getrübten Stimmung habe ich aber noch etwas mitgenommen von diesem Ereignis, auf das ich aber gerne verzichtet hätte:

Während man bei uns derartige Unfallstellen weiträumig absperrt, Verkehr und Passanten fernhält und irgendwie versucht das Unglück unsichtbar zu machen, wird in Uruguay nur der PKW Verkehr abgeleitet. Direkt am Straßenrand stehen fassungslos Familien neben der übel zugerichteten Leiche und diskutieren.
Auch als wir Stunden später wieder zu unserem Hotel zurückkehren und die Polizei die Spurensicherung fast abgeschlossen hat ist der/die Tote noch da.
Empfand ich es bislang als befremdlich oder makaber, dass in Deutschland nach solchen Ereignissen die Feuerwehr das Blut von der Straße spritzt, sehe ich es jetzt als die bessere Lösung.

Wirklich makaber ist es, wenn am Tag danach die Blutlache deutlich sichtbar über 20m von darüberrollenden Fahrzeugen verteilt wurde.

Montevideo

Hochhaus

Skuriles Hochaus im Zentrum von Montevideo

Dank Weihnachten und Wochenende liegen Montevideo und andere Küstenstädte wie Maldonado, Punta del Este und Colonia del Sacramento seit ein paar Tagen im Dornröschenschlaf und außer ein paar weit verstreuten Supermärkten und wenigen Restaurants hat nichts offen. Trotzdem prägt sich mein Bild von Uruguay langsam.

Es ist nicht, wie man es oft empfindet, ein Anhängsel von Argentinien, sondern unterscheidet sich doch sehr vom großen Nachbarn.

Nicht nur die Landschaft ist deutlich anders, viel kleinräumiger aufgeteilt, keine übergroßen Monokulturwüsten, sondern auch die Sprache ist stark unterschiedlich.
Auch wenn die Amtssprache in beiden Ländern die gleiche, nämlich Spanisch, ist, hat man in Argentinien mit einem starken Dialekt zu kämpfen, der volle Konzentration erfordert.
In Uruguay hingehen kann man fast nicht mehr von einem Dialekt sprechen, so stark sind die Einflüsse aus Brasilien. Manchmal, wenn sich der einheimische Sprecher nicht bemüht, versteht man schlicht nichts.

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Matekultur (oder Sucht?) - Thermoskanne und Becher als ständiger Begleiter

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Matekultur auch am Rio Plata

Einen großen augenfälligen Unterschied macht auch die Polizei in beiden Ländern: Während man in Argentinien bei längernen Fahrstrecken Fahrzeugpapiere und Führerschein nicht beiseite legen braucht, da man etwa alle 100km von einer Polizeikontrolle gestoppt wird, was stark an einen Polizeistaat erinnert kann man in Uruguay unbehelligt fahren. Natürlich gibt es auch hier die offiziellen Ordnungshüter am Wegesrand, aber nicht anders wie in Deutschland auch – sie warten mit der Radarpistole auf Raser, meist aus Argentinien ;-)

Insgesamt erscheint mir das Niveau in Uruguay höher, europäischer oder  – ich weis nicht wie ich es genau ausdrücken sollte.
Alles wirkt irgendwie gepflegter, aufgeräumter, das Gemüse im Supermarkt sieht aus wie bei uns, nicht wie vergammeltes Viehfutter im Nachbarstaat.
Speisekarten sind abwechslungsreicher, Autos neuer und die Preise leider höher. Geht man in Argentinien zu zweit essen, kostet das mit Getränken und Vorspeise gerade mal 10-15€, in Uruguay zahlt man annähernd deutsche Preise.
Insgesamt bedauern wir etwas nicht länger in Uruguay geblieben zu sein.
In mittlerweile haben wir auf der Fähre nach Buenos Aires auch wieder Land in Sicht und werden bald anlegen.

Weihnachten in Uruguay – Montevideo

Der Morgen des 24.12. empfängt mich mit relativ leeren Straßen, auch die Einkaufsstraßen sind fast leer. Insgesamt liegt eine seltsame, gespannte Stimmung über der Stadt.

Ein paar gehetzt wirkende Leute machen in den wenigen verbliebenen offenen Geschäften letzte Besorgungen, bevor auch diese am Nachmittag schließen.
Die fliegenden Händler auf den Plätzen packen bereits gegen 12:00 Uhr in Ruhe ihre Sachen ein, während sie an ihrem Matebecher saugen.

Ja, diese spezielle Atmosphäre gibt es in Deutschland auch, kurz bevor das „rien ne vas plus“ für die späten Besorgungen erklingt. Nur hier ist sie nicht geschwängert von Weihnachtsmusik und Glühweingeruch – Schwefelschwaden ziehen durch die Straßen, mit lautem Donner freigegeben von den zahlreichen Böllern die immer wieder gezündet werden.

An der nächsten Ecke sehe ich eine Gruppe Teenager, die offensichtlich gut gelaunt und ziemlich angetrunken auf der Straße zu flotter Musik tanzen und sich gegenseitig mit Cidre anspritzen. Ich beeile mich an dem Grüppchen vorbei zu kommen, da ich weder wert auf eine Cidretaufe lege, noch einen der Wasserkübel abbekommen will, die aus einem der oberen Geschoße der angrenzenden Häuser auf die Feiernden herabgegossen werden.

Vor mir geht ein Grüppchen Mädchen die gut gelaunt, im eleganten, cidregeträngten Gewand einen Geruch wie eine üble Spelunke verbreiten – dass der Rock nur noch an den Beinen klebt, trägt dabei zur Heiterkeit bei.Cidre

Kaum habe ich die letzten Partygänger aus den Augen verloren, legt sich eine schon fast gespenstische Ruhe über die Stadt. Die Böller werden weniger, Autos und Passanten selten. Der Wind treibt ein paar Kartons und Plastiktüten durch die Straßen. Alle Rollläden sind heruntergelassen und nur durch Zufall finde ich noch ein geöffnetes Restaurant, in dem es etwas zu  Abendessen gibt.
Nach dem Essen fahre ich durch menschenleere Straßen in Richtung meines Hotels, als mit immer wieder größere Feuer am Straßenrand auffallen:
Es wird gegrillt. Alle paar Häuser steht ein, meist aus alten Blechfässern geschweißter Grill, auf dem neben einer großen offenen Flamme ein meist sehr großes Stück Fleisch gegart wird – eine fast unheimliche Endzeitstimmung in den spärlich erleuchteten Straßen an einem trüben windigen Tag, wieder von den Explosionen der Feuerwerkskörper untermalt.

Erst um Mitternacht kommt schlagartig wieder Leben in die Stadt: Wie an Silvester in Deutschland steigen überall in Montevideo Raketen in den Himmel, werden bengalische Feuer gezündet und Kanonenschläge geworfen.

 

Weihnachtsfeuerwerk in Montevideo

Weihnachtsfeuerwerk in Montevideo

Gegen1 Uhr kehrt Ruhe ein, die bis zum Nachmittag de 25. anhält. Wie leergefegt ist die verkaterte Stadt, kein Geschäft hat geöffnet, nicht einmal die sonst eigentlich immer geschäftigen Kioske verkaufen etwas. Gegen Nachmittag füllt sich die Uferpromenade mit Menschen, ebenso wie die dort ansässigen Tankstellen – jeder der etwas braucht findet in ihnen den letzten Laden.

Montevideo am Heilgen Abend

Der Tag begrüßt uns mit Regen.
Es ist kalt trübe und nass.
Man könnte fast meinen man wäre in Deutschland, hätte es nicht trotzdem gut über 20°C.
Hat man sich aber erst einmal an dauerhaft mehr als 30°C gewöhnt, wirkt das Wetter schon sehr deutsch.
Ich stelle mir, als wir noch Getränke einkaufen, bevor evtl. nichts mehr zu bekommen ist, die Frage woher die seltsame Stimmung in der Stadt rührt:
Liegt es am Wetter, an den Vorbereitungen zum Hl. Abend, den Böllern oder den Händlern die schon am Vormittag alles einpacken?

Montevideo

Montevideo

Eins ist sicher: Weihnachten ist hier anders, aber wenn sich das Wetter nicht ändert, wird es wohl auch nichts mit Weihnachtsabend am Strand, wie das eigentlich geplant war…

Conceptión del Uruguay – Montevideo

Nachdem sich unsere Autovermietung AVIS nur noch mit einer knappen, eher unfreundlichen bis unverschämten Email bezüglich einer vorzeitigen Rückgabe unseres Wagens, den wir wegen der mangelnden Flexibilität bzw. der schlechten Services des Ladens nicht in Uruguay nutzen können, gemeldet hat, fahren wir von Conceptión del Uruguay bis an den Fährhafen von Buenos Aires wo wir die Kiste stehen lassen und für die Überfahrt nach Colonia mit weiterer Verbindung nach Montevideo einchecken.

Ich bin angenehm überrascht von der Abwicklung und dem gesamten Ambiente. Alles erinnert eher an einen Flughafen. Selbst die Grenzkontrolle ist sehr effizient geregelt:

Fähre Buenos Aires - Montevideo

Fähre Buenos Aires - Montevideo

Der Argentinier verpasst dem Pass den Ausreisestempel und reicht ihn gleich ans seine Uruguayanische Kollegin weiter. So gehen wir schon mit Einreisestempel von Uruguay in Argentinien an Bord.
Die Busfahrt von Colonia bis Montevideo führt über lange Strecken durch eine Palmenallee, und auch der restliche Weg ist landschaftlich deutlich schöner, als in Argentinien. Alles wirkt auf den ersten Blick etwas gepflegter und die, bis zum Horizont reichenden Monokulturen die Argentinien dominieren, existieren hier nicht.

Endlose Weiten – Argentinien Treck

Die gestrige Tagesreise hat uns in der Mitte der nördlichsten Provinz Argentiniens, Missiones , von Iguazu bis nach Santo Tomé geführt. Deutlich schöner als der Weg in Richtung Norden ist die Strecke durch das Bergland, in dem sich auch viel Regenwald erhalten hat. Offensichtlich lohnt sich der Kahlschlag nur auf ebenen Flächen.- Berges schützen offensichtlich den Wald. Die schönere Route bezahlen wir aber mit einer deutlich längeren Fahrzeit. In Santo Tomé beziehen wir ein einfaches Hotel, und wundern uns mal wieder, wie auch diese Stadt gegen 21:00 Uhr zum leben erwacht. Bis in den Abend wirken Argentinische Kleinstädte fast immer wie Geisterstädte, ab 22:00 tobt das Leben.
Die heutige Etappe führt uns wieder durch die ewigen Weiten der Provinz Entre Rios, hier gibt es nichts, was den Blick aus dem Fenster lohnen würde, wenn man sich einmal an die ewigen Weiten gewöhnt hat – Grasland, Kühe, gelegentlich Kiefernwald plantage kein Hügel, kein Haus, nur Straße.
Daher schreibe ich während der Fahrt. Die einzige Auflockerung stellen die gelegentlichen Polizeikontrollen dar. Die eben passierte Desinfektionsstelle zum Schutz der Baumwollindustrie ( ??? ich hab hier noch nicht Mal Baumwolle gesehen) für die 1,5 Pesos ablegen mussten war noch eine kleine Abwechslung.
Da wir gut in der Zeit liegen besuchen wir kurz hinter Concordia noch den kleinen Nationalpark La Palmera, der noch einen winzigen Teil der ursprünglichen Vegetation der Gebiets Entre Rios erhalten hat.

palmen

In Conceptión del Uruguay, beziehen wir ein sehr schön restauriertes Hotel, mit einem Bilderbuch-Patio.

Leider trübt unsere Autovermietung Avis die Gesamtstimmung, die erstens ohne dass es uns aufgefallen ist im Mitvertrag Fahrten ins Ausland undersagt, und zweitens für die Genehmigung einer Fahrt nach Uruguay sage und schreibe 7 Tage benötigt. Viel zu lange für unsere Reisedauer.

Nächstes Mal werden wir wohl einen anderen Anbieter als AVIS wählen.