Nachgedacht

Die EU beabsichtigt nach dem Vorbild der USA die Daten von Flugpassagieren eine Weile lang zu speichern, unter dem Vorwand der Terrorabwehr.

Gespeichert werden sollen nur die Daten von Flugpassagieren.
Nicht die von Bahnfahrern.
Auch nicht die von Schiffspassagieren.
Die von Autofahrern auch nicht, ebenso wenig wie von Motorrad-, Fahrradfahrern oder Fußgängern.

Allerdings schon die Verbindungsdaten von Internetnutzern und Telefonierern.

Was bedeutet das?

Ein Terrorist fliegt surft und telefoniert?
Sind Flugkunden potentiell die schlechteren Menschen als Bahn- oder Autofahrer?

Also wenn schon Überwachung, dann bitte total – jedem Bürger einen satellitenortbaren Chip einpflanzen, bevor der nächste Terrorist auf die Idee kommt, er könnte ein anderes Verkehrsmittel zu seinem nächsten Anschlag nutzen.

Das wollen wir doch alle – oder?

Ärgernis der Moderne

Geben tut es sie schon eine ganze Weile und führten sie über ein paar Jahre ein Nischendasein, prangen sie jetzt auf jeder möglichen und unmöglichen Stelle.

In Zeitschriften, auf Werbeplakaten, auf T-shirts und sogar schon auf Lebkuchenherzen habe ich sie gesehen.

Ich spreche von den QR-Codes.

Für Besitzer von Smartphones mit einer Datenflatrate eigentlich eine praktische Sache, führt sich dennoch mancher Einsatz dieser graphischen Muster selbst ad absurdum. Spätestens dann, wenn sie auf einer Website angezeigt werden, wo es natürlich auch ein normaler Link zum weiterklicken getan hätte.

Als ein technisches Urgestein, das sein Handy nur alle paar Wochen, für besondere Einsätze, mal aus der Schublade holt und natürlich nicht über eine Datenflat verfügt, ärgere ich mich aber meist über den unbedachten Einsatz dieser Gimmicks.

Warum, frage ich mich gibt man oft sogar noch eine Erläuterung zu verwendbaren Programmen, ist aber nicht in der Lage, die Adresse auch für Menschen lesbar daneben zu schreiben?

Welches Interesse hat der Werbetreibende oder der Zeitschriftenmacher, den Teil seiner Leser, der (gerade) kein geeignetes Gerät greifbar hat, von seinen Informationen aus zu schließen.

Da tröstet die theoretische Möglichkeit wenig, den QR-Code mit der Digicam zu fotografieren und dann am PC- ein Freewaretool aus dem Web zu saugen, welches dann den Code umwandelt.

Angekommen in San Francisco

Das Wetter ist freundlicher, der Langstreckenflug überstanden und nachgeschlafen und eine sonntägliche Stadt lädt zum Sightseeing und Shopping ein.

Nach vielen Wochen Australien und Neuseeland ist es wieder eine richtige Wonne, geschäftiges Treiben zu sehen, durch gut gefüllte Geschäfte zu bummeln, die eine reiche Auswahl an Waren feilbieten.

Auch wenn ich für viele Dinge, die ich in Australien und Neuseeland vermisst habe, jetzt keine Verwendung mehr habe weil keine Gelegenheit selbst zu kochen, beeindruckt mich jetzt doch die Auswahl an vernünftigem Käse, an Wurst, und an all den anderen Kleinigkeiten, die das Leben und Essen irgendwie genussvoller gestalten. Ja, sogar vernünftiges Brot und nicht nur Toast bekäme man hier. Brauchen tue ich es aber gerade nicht, den was es hier auch gibt, sind Lokale die zu vernünftigen Preisen alles bereits fertig anbieten.

Die eigentlichen Sehenswürdigkeiten geraten da fast ins hintertreffen, auch wenn die Wesentliche eigentlich nicht zu übersehen ist: Die Stadt als ganze. Kaum eine andere US Stadt hat einen derart ausgeprägten und homogenen Stadtkern wie SFC.

Eine Sehenswürdigkeit ist weltberühmt, nämlich die paar verbliebenen Cabelcars, die quietschend und scheppernd, fast ausschließlich Touristen die Hügel hinauf und hinunter gondeln, dass die Tram, die wirklich noch zum alltäglichen vorwärtskommen genutzt wird ebenso sehenswert ist und das ohne Schlange zu stehen war mir aber neu:

Der Amerikaschock

Obwohl ich es eigentlich seit Langem kenne, bin ich doch immer wieder überrascht vom Straßenbild in den USA.

Als ich heute mit dem Taxi vom Flughafen San Francisco in die Stadtmitte gefahren bin, war es wieder da, das Südamerika-Gefühl. Natürlich verstärkte der Regen den tristen schmuddeligen und heruntergekommenen Eindruck, aber mir wieder sehr bewusst, dass sich die USA und Bolivien oder Peru mehr ähneln als die USA und Deutschland.

Kommt man dann aus einer überaus aufgeräumten und sauberen Ecker der Welt ist die Umstellung noch etwas drastischer, spätestens wenn man am Abend jeder Menge ziemlich heruntergekommener Gestalten begegnet, wie man sie in München so nicht kennt.

Alles bekannt, aber USA ohne, zumindest kurze, Eingewöhnungsphase geht nicht…

Auckland

Skyline von Auckland

Mit der Besichtigung Aucklands geht der Aufenthalt in Neuseeland seinem Ende entgegen. Abwechslungsreich ist das Land, vielfältiger und damit interessanter als Australien – und gefühlt auch freier und flexibler als der große Nachbar.

Sehr gespalten ist Neuseeland außerdem – nicht nur geographisch, in eine Nord- und eine Südinsel, sondern zumindest für den außenstehenden Betrachter auch, was die Lebensbedingungen auf den Inseln betrifft. So leer, weit und nur dünn mit winzigen

Marlborough Sounds

Städtchen und Dörfern besiedelt wie im Süden, so dicht ist der Norden bewohnt. Größe und Abstand der Orte erinnern eher an Deutschland.

Neuseelands größte Stadt, Auckland wirkt dagegen wieder eher wieder beschaulich, auch wenn sie, rechnet man die umliegenden Gemeinden dazu, wie es hier üblich ist, in etwa die Einwohnerzahl Münchens (ohne den Randgemeinden) erreicht.

Eine für europäische Verhältnisse sehr junge Stadt, mit viel Meer, in einer subtropischen Klimazone, also die gleichen Rahmenbedingungen wie Sidney – was die Neuseeländer daraus gemacht haben ist nicht hässlich, aber auch irgendwie belanglos und nichtssagend.

Ganz ehrlich war ich nach dem überwältigendem Eindruck den die größte australische Metropole auf mich hinterlassen hat, davon doch enttäuscht; wenigstens findet man hier sogar problemlos mitten im Zentrum einen billigen Parkplatz für ein fast 3m hohes Wohnmobil…

Mithalten  können die Kiwis aber mi den Aussis, was die Anzahl und Qualität ihrer Shoppincenter betrifft – als Münchner, der seine zweitklassigen Einkaufszentren an einer Hand abzählen kann, kann man da nur neidisch werden.