Tierische Begegnungen

Die meisten Begegnungen und Fotos waren mehr zufälliger Natur, lediglich das Schnabeltier hat erst beim fünften Besuch, früh Morgens, eine Audienz für ein paar Sekunden gewährt…

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Preisschock Australien Reloaded.

Man gewöhnt sich daran, dass in Australien fast nichts billiger aber viele um ein Vielfaches teurer ist als in Deutschland.

Alltägliche Produkte, wie Schinken, Käse oder Coca Cola werden zum Luxusartikel.

Warum auch ein eher dürftiger Campingplatz  über 30€ pro Nacht kostet, ist mir bei einem Stöbern durch die Immobilienangebote in Townsville, in Queensland klar geworden: Bei Townsville handelt es sich um eine Kleinstadt, evtl. vergleichbar mit Pfarrkirchen – Klein, außen herum weit nichts, außer landwirtschaftlichen Betrieben.

Für eine Wohnung mit 80m² zahlt man dort zwischen 200€ und 300€ Miete – pro WOCHE…

Natürlich kann man sich auch einen Holzbungalow mit 150m² Wohnfläche 20km ausserhalb Kaufen mit etwa 2000m² Grund. – 600000€ sollte man dann schon mitbringen.

Soll noch jemand sagen, München wäre teuer…

Ich male mir gerade aus, was Grundstücke in Sidney wohl kosten, wenn die in völliger Einsamkeit und Wildnis schon Preise haben, wie man sie aus manchen deutschen Grossstäten kennt – Selbst Paris wirkt dagegen wie ein Sonderangebot.

Das einzig Gute daran ist, dass ich nicht beabsichtige in irgendeiner Form auf dem Immobilienmarkt in Downunder tätig zu werden – puhh.

Camperleben

Camping war noch nie so Recht mein Ding, daher fehlt mir auch jegliche Erfahrung, sieht man mal von ein paar Zeltlagen in meiner Jugend ab, die mit dem gemeinen  Campertum lediglich den Mangel einer festen Behausung gemein haben.

Oder vielleicht gibt es ja doch mehr Gemeinsamkeiten…?

Ich spreche jetzt von dem gemeinen Wohnwagen- und Wohnmobilcampen.

Jetzt, am dritten Tag meines Lebens auf der Straße, bzw. dem Grün eines Campingplatzes, stelle ich fest, dass es sich bei dieser, von manchem zum Kultstatus erhobenen Art des „Wohnens“ eigentlich nicht primär um eine andere Form des Übernachtens handelt, sondern eine eigene Tätigkeit darstellt. Campen ist eine Aktivität, auch wenn man das so in dieser Form nicht beabsichtigt hat.

Und man macht das nicht nebenbei, sondern den ganzen Tag, für anderes ist kaum noch Zeit.

Das Wesen des Campens setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von Einzelaktionen, die im normalen Leben auch den Alltag bestimmen, aber hier wird der Reiz dadurch erhöht, dass alles unter erschwerten Bedingungen stattfindet, quasi im nächsten Level des Spiels „Leben“

Am Morgen im echten Leben:

Aufstehen ins Bad nach nebenan gehen, duschen, anziehen Treppe runter.

Frühstück machen, ein paar Eier in die Pfanne schlagen, Geschirr auf den Tisch stellen, das Fach mit den Frühstücksutensilien des Kühlschranks ausräumen und auf den Tisch stellen, einen Kaffe per Knopfdruck aus dem Automaten lassen, essen, Geschirr in die Spülmaschine und . fertig. 30-40 Minuten

Im Campingmodus:

Aufstehen, erster Versuch: Der Kopf kracht an das Bett darüber.
Mist, hilft ja nichts, ist eh alles so feucht und warm, dass man nicht weiterschlafen kann – also langsam zum Fußende au dem Bett robben. Hinstellen – Bumm. Kopf kracht an die Zimmer bzw. Fahrzeugsecke. Nein, kein Fluch, woher sollen Campmobilhersteller auch wissen, dass es auch Menschen mit über 1,9m Höhe gibt.

Gut gelaunt zur Toilette, etwas Fischluft mit Regen tut immer gut, vor allem so am Morgen. 4 Sterne hat der Campingplatz auf seinem Schild, das Bad, das ich so nass erreiche, dass die Dusche beinahe schon obsolet ist, sieht aber irgendwie doch ganz anders aus als in dem Hotel davor mit 5 Sternen – na gut, der eine Stern macht’s wohl, aber immerhin ist die Reinigung gesichert. Zurück zum Campingmobil, die Haare sind noch nass, weil kein Föhn vorhanden ist, was angesichts des Wetters auch Sinn macht – am Wohnmobil wären sie eh wieder nass.

Tisch decken – Moment, Den gibt’s noch nicht, der ist gerade noch im Bettmodus. Also umbauen. Leider liegt unterm Tischbett noch Gepäck, das vorm Schlafengehen keinen Platz gefunden hat. Also erst mal weg damit, in den Alkoven.

Zehn Minuten später ist alles umgebaut und verräumt, der Tisch kann gedeckt werden. Kühlaschrank auf und… umräumen, Wegen des Platzmangels ist alles in mehreren Lagen geschichtet, Fünf Minuten später liegen auch schon die Eier bereit zum Braten auf dem Tisch, nur, wo ist die Pfanne? Kühlschranktüre zu, sonst geht der nächste Schrank nicht auf, Pfanne suchen. Tür zu Tür auf Öl suchen. Tür zu. Mist, was nicht in den Alkoven gepasst hat, liegt jetzt auf  dem Herd. Umräumen. Herd anwerfen. Geht nicht, weil Gas abgedreht ist. Raus in den Regen, rum um Auto mit dreckigen Füßen (Schuhe sind schon lange zu umständlich) wieder rein in die Kiste, Gas an, Eier braten. Spritzt übel, bis zum Fahrersitz.

Eier gebraten, Tisch gedeckt, hinsetzen .- wo ist der Kaffee?  Kaffee Automat? Nö, Kaffeemaschine auch nix.  Hm, Kaffee selbst mit Filter, Gaskocher usw.?

Also wirklich, ich will ihn jetzt , Kaffee to go irgendwo holen? Grundsätzlich ja, aber erst wieder alles einpacken um die Kiste wieder in den Fahrmodus zu bekommen?

Kein Kaffee also :-(

Frühstücken, alles wieder zusammenpacken, noch 2-3 Mal umräumen, per Hand an einem entfernten Waschbecken alles abspülen, während ein vom Schicksal, (Zyklon) gezeichneter und mit Bier befüllter, Aussi einem im unverständlichen Nuschelton seine Lebensgeschichte ans Bein schraubt.

Alles aufräumen.

Als ich fertig bin, das Vehikel wieder sauber und aufgeräumt so wie fahrbereit ist, stelle ich fest ich habe Hunger. Ahggrr, es ist schließlich schon Mittag.

To be continued

Lokales Denken

Nachdem man mich ohne langes Nachfragen in einem Holiday Inn zu einem Priority Club Member gemacht hat, hier in Australien, sammle ich jetzt kräftig Meilen und erhalte nebenbei noch täglich die lokale Tageszeitung.

Nicht dass sie mich gerade brennend interessieren würde, aber sie gibt doch etwas Einblick in das Leben, die Denkweise und die Probleme der Menschen vor Ort.

Ich erhalte seit ein paar Tagen also die NT-News, wobei NT für Northern Terretory steht, also der Staat, der die Tropische Region und das Outback beinhaltet, geschätzt 5 mal so groß wie die Bundesrepublik.

Das Titelbild: ziert seit 3 Tagen ein Krokodil, immer ein anderes und immer gibt es etwas anders zu berichten, aber Krokodil ist das Hauptthema.

Den Mittelteil: Füllen Verkehrsunfälle, kleinere Straftaten und Gerichtsverfahren, gefolgt von den Aufstellungen und Quoten für die nächsten bzw. vergangenen Rennen – Ich vermute Pferde?

Das Ende: füllt der Sportteil mit Segeln und viel Baseball.
Nachrichten von anderen Kontinenten? Schlicht nicht vorhanden!

Der Rest der (westlichen) Welt ist hier schon verdamt weit weg – irgendwie schön…

Darwin & Kakadu Nationalpark

Kontrolle, Überwachung und scheinbar auch Denuntiantentum werden groß geschrieben hier in Downunder.
Zumindest ist dies der erste Eindruck den man gewinnt, wenn man die überall vorhandenen Videokameras sieht, die es in ungleich höherer Stückzahl als in Deutschland gibt, wenn man fast an jeder Ampel in einer kleinen Stadt wie Darwin, ein Rotlicht und Geschwindigkeitsblitzgerät findet, die auch alle aktiv sind und obendrein Schilder auffrdern etwaige Verstöße gegen, aus deutscher Sicht lediglich guten Anstand, bei der Polizei anzuzeigen.

Dass die einzige zulässige Verkaufsstelle für Alkoholisches, ein Bottleshop, mit einem bis Mitternacht geöffnetem Drive Thru ausgestattet ist, wirkt da etwas skurril.

Das sehr beschaulich bis ausgestorben wirkende Darwin ist für uns eigentlich nur den Ausgangspunkt zum Kakadu Nationalpark.Kakadu Nationalpark

Dank der 100% Überwachung schleichen wir also die 300km bis Jabiru, gelegen mitten im Park, mit 100km/h auf gut ausgebauten Straßen in den Kakadu Nationalpark, der uns trotz Regenzeit mit Feuer begrüßt.

Aber auch Wasser ist reichlich vorhanden, so sind einige der Hauptattraktionen wegen Überflutung der Straßen und ganzer Landstriche nicht zu erreichen, was zwar schade ist, aber in der Regenzeit zu erwarten war.

Der Besuch der etwa 20000 Jahre alten Felszeichnungen von Ubirr fällt üblicher Weise nicht ins Wasser der Regenzeit, allerdings hatten wir Glück, dass wir a. einen Geländewagen hatten, und, dass das Wasser an einigen Stellen nur maximal 50cm auf der Straße stand. Mehr hätte ich, auch wegen der starken Strömung unserem Mitsubishi Outlander nicht zumuten wollen.

Bei den Felszeichnungen begegnen wir noch ein paar Touristen, was um diese Jahreszeit schon fast wie eine Besonderheit wirkt, während sich angeblich an manchen Tagen im Juli bis zu 200000 Menschen im Park tummeln. Aber nicht nur die Menschen sind nicht da, scheinbar haben sich auch ALLE Tiere versteckt, Fliegen ausgenommen.

Es sind keine Vögel, keine Schlangen, keine Kakadus, keine Jaribus, keine Wallabeys und nicht mal Krokodile, vor denen ständig gewarnt wird und die einen in Argentinien schon auf der Straße begegnen, zu sehen. Enttäuschend.