Das L€iden eines Reisenden

Bei der Einführung 2002 hielt ich den Euro für eine ausgezeichnete Idee, auch wenn ich meine Zweifel hatte, wie gerade die Mittelmeeranreiner, die regelmäßig ihre Wirtschaftsprobleme durch Abwertung ihrer Währung in den Griff bekamen, mit einer gemeinsamen Finanzpolitik zurechtkommen würden.

Abgesehen davon, dass die Preise, gerade in den genannten Ländern, dramatisch stiegen, war und ist es sehr praktisch nicht mehr mit mit x verschiedenen Währungen hantieren zu müssen, wenn man in Europa unterwegs ist oder über das Web Geschäfte mit dem Ausland macht.

Und trotzdem würde ich mir derzeit gelegentlich wieder eine eigene, stabile deutsche Währung wünschen. In dem Moment in dem man merkt, dass die eigenen Zahlungsmittel im (nicht € ) Ausland nur noch begrenzte Kaufkraft haben und diese auch noch Jahr für Jahr schwindet.

Empfanden wir vor 5 Jahren Australien als exorbitant teuer, obwohl der Australier im Durchschnitt die selbe Kaufkraft im eigenen Land hat wie der Deutsche, waren die Artikel des täglichen Bedarfs in Neuseeland etwas günstiger als bei uns.

Nicht mehr jetzt! Wir haben uns jetzt in Neuseeland stark an Australien vor 5 Jahren erinnert gefühlt. Schuld daran ist nicht etwa die Inflation, die in NZ auf deutschem Niveau liegt, sondern der Wechselkurs.

So gab es da letztes Mal etwa 2 NZD für den Euro, jetzt gerade mal noch 1,51.

Auch in den USA wird sich das Trauerspiel mit unserer Weichwährung fortsetzen: Gerade mal $1,06 gibt’s für den €uro, vor 5 Jahren waren es noch $1,41 .

Bald ist es unfinanzierbar die Eurozone zu verlassen. Dass das irgendwie gut für die eh boomende deutsche Wirtschaft ist, davon kann ich nur sehr bedingt profitieren. Was nützt es mir, wenn ich mir nichts mehr leisten kann, zumindest keine Fernreisen mehr und keine Produkte, die aus dem ferneren Ausland stammen.

Traurig für uns als Reisende ist die Situation, auch wenn die Vorteile einer gemeinsamen Währung noch überwiegen, allemal. Und die Politik sollte nicht versäumen, Bundesbürgern wieder zu einer, Wirtschaftsleistung und Produktivität angemessenen Kaufkraft zu verhelfen.

 

 

 

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