30 Jahre sind eine lange Zeit.
So lange war es her, dass ich das letzt Mal in Amsterdam war.
Was sich mehr verändert hat, meine Erinnerung oder die Stadt vermag ich nicht zu sagen. Gleich geblieben sind die Grachten – an sie konnte ich mich noch erinnern und zwar in ziemlich genau der Form wie ich sie wieder gefunden habe.

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Sonst gab es nicht viele Übereinstimmungen zwischen Erinnerung und Realität. Alles wirkte auf mich jetzt gepflegter, frischer und lebendiger als damals – und touristischer.

Vor allem die Preise:
Als Münchner ist man ja einiges gewohnt, was die Habgier der Mitbürger und der öffentlichen Hand betrifft, im Vergleich zu den Amsterdamer Leidensgenossen fährt man aber eher billig. 36,50€ Parkgebühr für einen Stadtbummel von 4 Stunden und ein zügiges Abendessen so viel muss man in München nicht einplanen, ebenso wenig wie 6,50€ für eine kleine Tasse Tomatensuppe am Stadtrand.

Viele Touris verdrängen wahrscheinlich die Abzocke schnell und erfolgreich wenn sie sich einem Touristenmagneten der Stadt hingeben, den Coffeeshops. Ich war wirklich erstaunt, dass sie nicht nur eine kleine Nigenbranche darstellen, sondern in manchen Gegenden in ähnlicher Zahl wie normale Kneipen anzutreffen sind, teilweise mit ähnlich gestalteter Speisenkarte wie andere Bildchenrestaurants auch. Völlige Normalität – auch wenn der Wirt nicht wollte, dass ich sein Menü ablichte (?).

Dem Geruch brennenden Hanfes begegnet man fast ständig irgendwo in der Stadt und auch wenn ich ihn als unangenehm empfinde, hatte er doch auch Vorteile – hätte sich das Grüppchen vorm Fernseher nicht innerhalb der ersten Halbzeit des WM-Endspiels wortwörtlich bis zum Umkippen zugekifft, hätte ich nicht viel vom Spiel gesehen. Der Großbildschirm hoch über dem Rathausplatz zeigte nämlich nur Werbung – Public Viewing kennt man hier scheinbar noch nicht. Fußball liegt im Monopol der Wirte mit kleinen Fernsehern.

Was von diesem Kurzurlaub bleibt, ist die Erkenntnis, dass man die Niederländische Hauptstadt lieber außerhalb der Reisesaison besuchen sollte, dafür mit einem gut gefüllten Geldbeutel und, dass es vermutlich billiger ist ist, mit dem Taxi zu fahren, als den eigenen Wagen zentral zu parken.