Willkommen in Bausatzien

Ich stehe gerade vor einem Karton und einem Haufen Holzstückchen. Als Beilage wird ein Tütchen Schrauben serviert und garniert ist das Ganze mit ein paar Styroporbröseln.
Ja, ich freue mich richtig darauf, über mehre Stunden einen Liegestuhl für die Terrasse zusammen zu basteln.

Es ist nicht so, dass ich ich mir eine Freizeitbeschäftigung gesucht hätte und gerne schraube, sondern viel mehr so, dass ich mal wieder nicht genau genug gelesen habe und noch immer an das Gute im Menschen Karton glaube.

Wäre es nach mir gegangen und nicht nach dem Warenangebot, hätte ich einen Liegestuhl dieser Art als ein fertiges Möbelstück gekauft.

Aber jetzt stehe ich da, mit einem riesigen Haufen an Kleinteilen, die ja angeblich einfach zu montieren sind.

Ich überlege, ob das ein Fall für eine Retoure ist, packe alles wieder in den Karton, schlafe eine Nacht darüber und fordere das Rücksendeetikett an.
Kurz darauf ist der Kaufpreis erstattet, aber Etikett für die Rücksendung oder schlicht eine Adresse erhalte ich trotz mehrfacher Aufforderung keine.

Wie es aussieht, will wohl der Anbieter sein Häufchen Holz wohl selbst nicht mehr.
Aha, auch gut…

In diesen Fall bin ich natürlich etwas selbst schuld, den Text nicht richtig interpretiert zu haben, es stand etwas von Zusammenbau geschrieben, obwohl ich mühsames Anschrauben jeder einzelnen Latte nicht unbedingt als „kinderleicht“ ansehe.

In vielen anderen Fällen verfolgt mich aber das Thema Bausatz, ohne dass auch nur mit einem Wort darauf hingewiesen wird, dass das Produkt noch montiert werden muss:

Mein Computermonitor kam ohne Fuß aus der Verpackung,
an den Rasenmäher mussten erst der Griff und die Bedienhebel angeschraubt werden,
mein Schreibtischstuhl hatte seine Räder in einem kleinen Tütchen beigelegt,
die LED-Lampionkette aus dem Supermarkt will auch zuerst 30 min. lang montiert werden, bevor sie aussieht wie abgebildet.

Gerade bin ich mit zwei Tretrollern für die Jungs aus dem Fachgeschäft zurückgekommen und, oh Wunder, auch die sind Bausätze.

Tretroller

Diese Beispiele könnte man in alle Bereiche beliebig fortsetzen, und ich warte sehnsüchtig auf den ersten Autohersteller, bei dem der Kunde selbst noch Räder und Lenkrad montieren muss.

Vielleicht bin ich ja auch zu anspruchsvoll als Kunde und übertreibe Maßlos?

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